Reiseeindrücke – Individualreise

«Inselschönheit Sulawesi» Indonesien

Von Silvia und Peter Knobel

Sulawesi

Wenn eine Reise die Prädikate „vielfältig“ und „äusserst abwechslungsreich“ verdient, dann diese dreiwöchige Nature Team Individualreise ‚Inselschönheit Sulawesi‘. Interessanterweise hatten wir dabei nie das Gefühl, auf einer Insel zu reisen, vielmehr jenes, einen eigentlichen Kosmos zu durchreisen. Sulawesi hat uns restlos begeistert: die überaus vielfältige Natur – dort wachsen alle nur denkbaren exotischen Früchte, viele Varianten von Kokospalmen, alle Gewürze von verschiedenen Pfeffersorten über Muskatnuss, bis hin zu Vanille und Zimt, Arabica-Kaffee vom Feinsten und Kakaobohnen. Interessanterweise wächst dies alles nicht in Plantagen, sondern in wilder Natur und wird dort von Kleinbauern geerntet und vermarket. 

Sulawesi

Auf Sulawesi trafen wir wie nirgendwo sonst auf zahlreiche Ethnien, Kulturen und Religionen, die die Menschen, ihre Lebensweisen und Orte prägen. Was uns dabei ganz bemerkenswert erschien: sie leben klar getrennt in jeweils ihrem Gebiet; so reist man von Süd-Sulawesi, einem streng muslimischen Gebiet, zu den handwerklich hochbegabten Pinisi und weiter zu den freiheitsliebenden Seenomaden und zu den künstlerisch tätigen Bugis, über wilde Gebirgspässe ins Hochland der Torajas, einem Volksstamm von Animisten mit ihrer urzeitlichen Ahnenverehrung und reichen Baukultur, weiter durch balinesische Transmigrasi-Dörfer mit ihrer verspielten hinduistischen Kultur, dann hin zu den Warungas, einem mongolischen Volksstamm mit uns fremd anmutenden Speisevorlieben, und schliesslich zum lebendigen und prosperierenden, christlichen Nord-Sulawesi. Wir trafen auf der Reise kaum je andere Touristen, erlebten jedoch zahlreiche erfrischend spontane Begegnungen mit Einheimischen, die unbedingt mit uns ein Selfie machen wollten; so stolz waren sie, Europäern zu begegnen.

Sulawesi

Sulawesi erwies sich als sehr gebirgig, mit gewaltigen Wasserfällen und geheimnisvollen Urwäldern, grossen, fischreichen Seen und lebendigen Dörfern entlang der oft gewöhnungsbedürftigen Strassen. Zweimal machten wir einen Abstecher auf kleine Inselchen mit herrlichen Korallenriffen zum Schnorcheln. Auf dem Robinson-Inselchen Kadidiri im Togian-Archipel übernachteten wir dreimal und erhielten Gelegenheit, in einem geradezu magischen, kleinen See unter Tausenden von ungiftigen Quallen zu schnorcheln – einmalig schön! Das urtümliche Black Marlin Resort überraschte uns mittags und abends mit Köstlichkeiten, die alle Gäste am gemeinsamen Tisch aus Platten und Schüsseln schöpften. Entspannen und ausruhen von der doch etwas anstrengenden Erlebnisreise konnten wir uns ganz zum Schluss auf dem Bunaken-Archipel, im edlen Siladen Resort, der uns einmal mehr durch die reiche Unterwasserwelt am Korallenriff in Bann schlug.

Sulawesi

Die Unterkünfte in Sulawesi – wir haben an zwölf verschiedenen Orten übernachtet – waren stets sauber und einladend. Das galt auch für jene wenigen, welche Nature Team klar als ‚einfach‘ oder gar ‚sehr einfach‘ bezeichnet hatte. Diese zeichneten sich stets durch ihre besonders idyllische Lage am Meer oder an einem der riesig grossen Seen aus und durch ihre gelebte Gastfreundschaft. Geradezu paradiesisch war der Gardenia Country Inn in Tomohon, mitten in einem botanischen Park auf kühlen 750 m Höhe; einfach zauberhaft, nicht nur die Unterkunft, sondern auch die Bedienung und das Essen – ein Ort an dem wir gerne länger als nur eine Nacht geblieben wären. Unvergesslich ist das gepflegte Siladen Resort mit dem unsere Sulawesi Reise abschloss. Punkto Gastfreundschaft, Service, Komfort, Kulinarik und idyllischer Anlage etwas vom Feinsten, das wir je irgendwo erlebt haben.

Sulawesi

Überall – selbst in den einfachen, improvisiert wirkenden Lokalen entlang der Reiseroute – haben wir ausnahmslos sehr gut, abwechslungsreich und reichlich gegessen, fangfrischen Fisch und Fleisch, Gemüse und Früchte, stets fein und würzig zubereitet. Wirklich wunderbar und eine Gaumenfreude! Wir hatten auf der ganzen Reise keinerlei Magenbeschwerden. Als Reisende spürt man, dass die Menschen auf Sulawesi zwar denkbar einfach leben, nebst ihrem Motorroller wenig besitzen, aber nie hungern müssen, weil dort buchstäblich alles wild wächst.  

Die Strassen von Sulawesi sind eng, kurvenreich, zuweilen sehr steil und oft voller Löcher. Sie führen stets mitten durch die Dörfer. So benötigt man trotz komfortablem Fahrzeug für Distanzen von 200 km gegen sieben Fahrstunden. Die Fahrten sind entsprechend holperig und ermüdend.

Sulawesi

Sulawesi erwies sich in jeder Beziehung als ungefährlich. Wir konnten auch in der grossen Stadt Makassar abends unbehelligt flanieren und das abendliche Treiben erleben. Entgegen unseren Befürchtungen vor der Reise erfuhren wir vor Ort, dass Sulawesi gänzlich malariafrei ist. Selbst bei unserer vom Ranger begleiteten Nachtwanderung durch den Urwald von Tangkoko wurden wir kaum von Moskitos belästigt.

Trotz überaus abwechslungsreichem Programm und langer Reiseroute blieb uns immer wieder genügend freie Zeit, um unbegleitet auf Entdeckungstour zu gehen oder uns ganz einfach an der Küste zu entspannen und unsere Eindrücke gedanklich zu verarbeiten. Für Hobbyfotografen ist Sulawesi ein Paradies – so viele fotogene Sujets!

Sulawesi

Die Erlebnisreise ‚Inselschönheit Sulawesi‘ ist unseres Erachtens von Nature Team sehr geschickt zusammengestellt und wartet täglich mit neuen Höhepunkten auf. Wer sich gesund fühlt, bewältigt die Reise gut. So stellt sich abschliessend die Frage, für wen diese Reise durch Sulawesi besonders geeignet sei? Wir meinen, für jedermann jeden Alters, der eine gewisse Portion Abenteuergeist mitbringt. Für Leute, die sich nicht scheuen, mit einheimischen Menschen in Kontakt zu kommen, Interesse und Freude an der reichen, tropischen Natur haben und gerne verschiedene fremde Völker und ihre Kulturen kennenlernen. Es braucht allerdings die Bereitschaft, eine gewisse Beschwerlichkeit der Reise in Kauf zu nehmen; doch diese wird dadurch entlohnt, dass es gerade während der langsam vorwärts gehenden Fahrt besonders viel zu sehen gibt. Neugier und Kontaktfreudigkeit sind unseres Erachtens die entscheidenden Voraussetzungen, dass die Individualreise ‚Inselschönheit Sulawesi‘ zum bleibenden Erlebnis wird. Für uns bleibt sie unvergesslich.