Reiseeindrücke – Individualreise

«Kulturelle Höhepunkte und Wüstendörfer»

Von Andrea Fuhrer, Reiseberaterin


Inspiriert durch unsere Iran-Kunden mit ihren guten Feedbacks, beschloss ich, mit einer Kollegin das Land mit einem Driver Guide zu bereisen. Die Reaktionen auf meine Reisepläne waren noch selten so negativ ausgefallen - zu viele schlechte Nachrichten über den Iran erfahren wir aus den Medien: Wir lesen über wirtschaftliche oder politische Sanktionen, hören von Verhaftungen von Frauen ohne Kopftuch und Menschenrechtsverletzungen oder - kurz vor meiner Abreise - auch noch von massiven Überschwemmungen. Aber wie immer siegte meine Vorfreude über all die Bedenken!

Shiraz


Unsere Reise begann in Shiraz, der Heimatstadt der zwei berühmtesten Dichter Persiens – Saadi und Hafis. Shiraz symbolisiert für die Perser die Stadt der Liebe,  für die Touristen ist Shiraz eine gemütliche Stadt und idealer Ausgangsort für eine Iran-Reise. Der im Zentrum gelegene Vakil–Bazar gilt als Juwel persischer Baukunst und lädt seine Besuchenden dazu ein, am bunten Treiben teilzunehmen. Im Bazar haben wir Karawansereien, Badehäuser und wunderschöne Innenhöfe entdeckt, und bei den Händlern gibt es Gewürze, Teppiche, Antiquitäten und auch Kupferhandwerk zu kaufen.  Die Menschen sind sehr freundlich und überhaupt nicht aufdringlich.

Persepolis

Nicht weit von Shiraz entfernt liegen die Ruinen des antiken Persepolis, eine der Hauptstädte des Perserreichs und UNESCO Weltkulturerbe. Alexander der Grosse brannte die Stadt 330 v. Chr. nieder und plünderte ihre Schatzkammern. Trotz der Zerstörung kann man immer noch die sehr eindrucksvollen Reliefs bestaune

Yazd Dachterrasse

Die Stadt Yazd verdankt ihre Berühmtheit vor allem ihrer aus Lehmziegeln gebauten Altstadt. Die eindrücklichsten Bauwerke sind die zahlreichen badghir, die Windtürme, welche die Hausdächer überragen. Hier der Ausblick von einer der schönen Dachterrassen.

Kamelritt

Ein besonderes Highlight unserer Reise waren die Tage in der Wüste. Nach den starken Regenfällen der letzten Wochen haben wir in dieser unendlich schönen und weiten Landschaft auch eine erstaunliche Blumenvielfalt bewundern dürfen. Von unseren Führern wurden wir mit einem leckeren Abendessen verwöhnt, das mehrere Stunden im Feuer zubereitet wurde. Ganz traditionell schliefen wir auf Matten am Boden. Der Ausritt auf dem schaukelnden Kamel war eine sehr lustige Erfahrung.

Isfahan Platz des Imams

Schweren Herzens liessen wir die von Palmen gesäumten Oasen und die friedliche Stille der Wüste hinter uns und machten uns auf in die Zwei-Millionen-Stadt Isfahan.

Der Platz des Imams in Isfahan ist einzigartig: Zwei Moscheen, ein Palast, Wasserbecken und Wasserspiele, Pferdekutschen und die umgebenden Bazar-Strassen machen diesen Platz zu einem der schönsten der Welt. Hier treffen sich iranische Familien zum Picknick und Fussballspiel, und am Abend wird die Szenerie wunderschön beleuchtet.

Mosaike

Und welches ist nun die schönste Moschee? Die blauen Fliesen, die Portale und Kuppeln verleihen jedem Bauwerk ein majestätisches Aussehen. Mir persönlich hat die  türkisfarbene Scheich-Lotfollāh-Moschee in Isfahan (auch Frauenmoschee genannt, siehe Bild oben) am besten gefallen. Auf der Kuppel der Moschee, die vom Glanz vergangener Zeiten des antiken Persien zeugt, ist jeweils nachmittags für einen kurzen Moment ein Pfau zu erkennen. Dieses Phänomen ist einem besonderen Lichteinfall der Sonne geschuldet.

Kashan Bazar

Auf dem Weg nach Teheran übernachteten wir in Kashan, das heute für seine Teppiche und der Produktion von Rosenwasser bekannt ist. Wie so oft auf unserer Reise, zog es uns auch hier in den Bazar, einerseits natürlich, um köstlichen und aromatischen Tee zu trinken, andererseits aber auch, um uns mit der lokalen Bevölkerung zu unterhalten. Die Menschen im Iran haben mich am meisten beeindruckt: ihre Herzlichkeit, die unglaubliche Gastfreundschaft und ihre Fähigkeit, trotz ihrer schwierigen Situation eine positive Grundhaltung zu bewahren.