Reiseeindrücke – Individualreise

«Laos auf dem Wasser, zu Fuss mit dem Fahrrad entdecken»

Von Silvia und Peter Knobel

Laos - abgelegenes Dorf

Keine der rund zwanzig Fernreisen, die wir unternommen haben, vermag die Nature Team-Individualreise ‚Laos‘ bezüglich Abwechslung, Reisegenuss und einem Gefühl von Erfüllung zu übertreffen. Woran das liegt? Vordergründig an der Vielfalt der Fortbewegungsmittel: im Minivan, mittels Tuk-tuk, auf dem Fahrrad, im Schiff, in vielen verschiedenen Fischerbooten, zu Fuss, auf dem Elefantenrücken und im Heissluftballon. Vielleicht lag es auch an den abwechslungsreichen Landschaften: Flüsse, eindrückliche Wasserfälle, bizarre Karstgebirge, Urwälder, Reisfelder mit grossen Scharen fleissiger Pflücker und gepflegte Gemüsegärten. Sicherlich lag es vor allem an der authentischen Lebensweise der sanften, genügsamen Menschen, die fast durchwegs Selbstversorger sind, an den vielen lachenden Kindern und den bunten, zuweilen skurrilen Märkten, aber auch an den wunderbaren buddhistischen Tempelanlagen in Luang Prabang und Vientiane.

Dass uns genug Zeit zum Erkunden, Ausruhen und Entdecken auf eigene Faust blieb, trug entscheidend zum Reisegenuss bei. Dazu kam, dass wir uns in Laos jederzeit in Sicherheit fühlen konnten, nie belästigt wurden, keinen zudringlichen Verkäufern begegneten und nie übers Ohr gehauen fühlten. Selbst spätabends konnten wir unbeschwert allein durch die Strassen streifen, ohne etwas zu befürchten. Schliesslich trug auch dazu bei, dass das Essen in Laos ausnahmslos ein Traum war, vielfältig, gesund und abwechslungsreich – von der einfachsten Garküche am Strassenrand bis zum gepflegten Stadtrestaurant – nie allzu scharf, aber mit vielen Kräutern interessant gewürzt, zum Beispiel Mekong-Fisch im Bananenblatt: Genuss pur!

Laos - Luang Prabang

Was waren die Höhepunkte dieser spannenden Reise? Sicherlich einmal Luang Prabang – vielleicht eine der angenehmsten Städte Südostasiens mit einem Flair wie im alten Indochina; dann bestimmt auch die abenteuerliche Ersteigung der 100 Wasserfälle durch den Dschungel bei Nong Kiao; die Fahrten mit traditionellen Fischerbooten auf dem Nam Ou; die Autofahrt über viele Serpentinen und Bergpässe von Luang Prabang nach Vang Vieng mit überwältigenden Karstgebirgen; der Besuch der Kaffeeplantagen auf dem Bolaven-Plateau; die vielen Begegnungen mit ethnischen Volksgruppen; der mächtigste Wasserfall Südostasiens Khon Phapheng; der Aufenthalt in der weltabgeschiedenen Kingfisher Ecolodge im riesigen Naturschutzgebiet Xe Pian; und schliesslich Vat Sisaket, das älteste Kloster Vientianes und die Khmer-Tempelruinen Vat Phou am Fuss des Lingaparvata.

Laos - aufgespiesste Grillen

Vor allem aber und immer wieder waren es die äusserst liebenswürdigen Menschen in den Dörfern, die ruhig und stets lächelnd ihrer Arbeit nachgingen und Freude zeigten, dass wir uns für ihr Leben interessierten. Unvergessen bleibt ihre tiefgründige Frömmigkeit, die wir frühmorgens um 6 Uhr bei der Speisung von hunderten von vorbeiziehenden buddhistischen Mönchen miterleben durften. Immer wieder trafen wir Menschen, die Buddha um Beistand baten oder ihm mit bescheidenen Opfergaben für ihr bescheidenes Glück dankten. Bewegende Momente! Lebendig in Erinnerung bleibt auch der Morgenmarkt von Don Khon um 6 Uhr in der Früh, wo aufgespiesste Grillen, lebende Frösche, Wasserschnecken und anderes Ungetier feilgeboten wurden. Eindrücklich haften bleiben die geradezu mystischen Stimmungen, die uns jeweils in der Morgen- und Abenddämmerung ergriffen, die Geräusche des Urwalds, der Flüsse, der Vögel und das Klicken der Geckos. Laos schien unsere Seele irgendwie magisch zu ergreifen – bis heute.

Alle zehn Unterkünfte auf dieser Reise haben unsere Erwartungen und Ansprüche weit übertroffen. Wir fühlten uns immer wieder wie im Paradies. Jedes der kleinen Hotels war sauber, gepflegt, komfortabel und mit viel Geschmack eingerichtet. So erholten wir uns auch nach einem anstrengenden Reisetag rasch; denn vor allem in Nord-Laos sind die Strassen sehr schlecht und die Reise entsprechend anstrengend.

Das Maison Dalabua in Luang Prabang zählt mit zu den allerschönsten Boutique-Hotels, in denen wir je irgendwo auf der Welt logiert hatten – stilvoll umgeben von zauberhaften Lotusblütenteichen. Das dazu gehörende Restaurant Manda de Laos war ein kulinarisch-laotisches Erlebnis der Extraklasse in einer unbeschreiblich stimmigen Atmosphäre.

Laos - Begegnungen mit Menschen

Immer wieder staunten wir, wie perfekt Nature Team die Individualreise Laos organisiert hat. Das Reiseprogramm erwies sich als abwechslungsreich, lehrreich und spannend zusammengestellt: für uns der geradezu perfekte Mix von Abenteuer, Genuss, Natur, Begegnungen mit Menschen und Kultur. Jeder Transfer klappte reibungslos, auch komplizierte grenzüberschreitende. Die Reisebegleiter waren durchwegs sympathisch, kompetent und bestrebt, dass es uns stets gut ging. Sie halfen uns auch, mit der laotischen Bevölkerung ins Gespräch zu kommen, wann immer wir das wünschten. Die Chauffeure der Minivans erwiesen sich als freundliche, umsichtige Fahrer. Die Fahrzeuge selbst waren gut gewartet und sehr sauber. Die Unterkünfte hervorragend ausgewählt; das Hotelpersonal überall aufmerksam und zuvorkommend.

Laos - Sonnenuntergang

Unser Fazit: Laos ist ein Land, das zu entdecken sich lohnt: Naturfreunde bezaubert es mit einer einzigartigen Pflanzenwelt, ethnologisch Interessierte begegnen einer Vielfalt von Volksstämmen und Naturreligionen, Geniesser machen noch und noch kulinarische Entdeckungen, Abenteurer finden mehr als genügend Gelegenheiten zu speziellen Erlebnissen und wer Wert auf stimmige, kleine Hotels legt, in denen der Gast noch Gast ist, findet diese in Laos. Schön, dass der Massentourismus dieses wunderbare Land (noch) nicht entdeckt hat. Gut auch, dass Laos bisher von unschönen Entwicklungen anderer asiatischer Länder wie Konsumsucht und Verwestlichung verschont geblieben ist. Eine Reise durch Laos ist eine Zeitreise – zwanzig Jahre in der Zeit zurück.